Sayed

,,Afghanistan hat viele Traditionen, welche teilweise total falsch sind. Diese geben Familien Spielraum ihre jungen Töchter ohne Akzeptanz und Zustimmung zu verheiraten. Auf Grund dieser Betroffenheit, will ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen indem ich den Film Sonita bei KINO ASYL zeige.
Es gibt beispielsweise in manchen Provinzen eine Tradition, welche es Familien ermöglicht ihre jeweiligen Kinder schon vor ihrer Geburt zu verloben. Diese Tradition wird “Naami Kardan in Dari” genannt, was so viel bedeutet wie sein Mädchen an jemanden anderen zu versprechen. An manchen Orten ist es auch üblich, dass Familien ihre Töchter um Brautpreise an andere Familien verkaufen. Diese variieren von einer Millionen Afghani zu zwei oder drei Millionen Afghani. Es kommt auch vor, dass Familien ihre Töchter gegen Söhne eintauschen. All das macht Kinderheirat zu einem sehr rechtswidrigem Geschäft.
In diesem Land kann ein Mädchen, welches gewöhnt ist, die Hausarbeit zu tätigen, gehorsam zu sein und als eine Jungfrau gehalten wird, ohne Konsequenz verkauft oder gehandelt werden. Diese jungen Bräute lassen ihre Bildung aus: wenn afghanische Mädchen erst einmal verheiratet sind, ist es ihnen nicht mehr erlaubt die Schule zu beenden. Das Gesetz verbietet verheirateten Mädchen mit unverheirateten Mädchen die Schule fortzusetzen.
Ich finde es sollte Mädchen erst erlaubt werden zu heiraten, wenn sie ihre höhere Schulbildung abgeschlossen haben. Dann können sie ihre eigenen Kinder dazu erziehen, privilegierte Mitglieder der Gesellschaft zu werden, während sie ihre Lebenszeit so gestalten wie sie wollen.
In Afghanistan sind laut der Vereinten Nationen und laut UNICEF Statistiken mehr als 57 Prozent der afghanischen Bräute unter sechzehn Jahren und die Sterberate bei der Geburt liegt bei 18 Prozent.”

 

Sayed präsentiert:

Sonita, Iran / Afghanistan 2016, 91 Min., OmdtU

Regie: Rokhsareh Ghaem Maghami
Dienstag 6.12.2016, 10.00 Uhr
Ort: Vortragssaal der Bibliothek, Gasteig München
Anmeldung unter: stb.interkulturell.kult@muenchen.de

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Sonita ist 18 Jahre alt, aus Afghanistan und lebt als illegale Migrantin im Iran. Ihr Traum ist eine Karriere als Rapperin. Sie hofft, sich dadurch dem Vorhaben ihrer Familie zu entziehen, sie an einen unbekannten Ehemann zu verkaufen. Die iranische Regisseurin Rokhsareh Ghaem Maghami begleitete Sonita Alizadeh drei Jahre lang und dokumentierte ihre Geschichte.

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